Allgemeines
Vor nunmehr 23 Jahren ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 26. April 1986 die folgenschwerste Katastrophe in der Geschichte der Atomenergie. Der Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodierte.
Der Standort des Kraftwerkes befindet sich ca. 100km nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew, an der Grenze zu Weißrussland.
Durch diese Reaktorkatastrophe wurden weite Gebiete Weißrusslands, Russlands und der Ukraine massiv radioaktiv Kontaminiert.
Durch den damals vorherrschenden Südwind wurde das Gebiet um die ca. 120km entfernte weißrussische 500000 Einwohner zählende Stadt Gomel besonders verseucht. Während einige Dörfer im Umkreis von Gomel vollkommen evakuiert wurden und bis heute nicht bewohnt sind, muss das Leben in Gomel weitergehen.
Entsprechend den Möglichkeiten des Landes ist die medizinische Betreuung in der Stadt auf die besondere Situation ausgerichtet.
Aber die Auswirkungen des Unfalls für die Gesundheit der Bevölkerung zeigen sich auch heute noch vor allem in einem starken Anstieg der Krebserkrankungen.
Etwa 400000 Kinder im weiten Umkreis leiden unter chronischen Krankheiten wie Bluterkrankungen und Diabetes.
Starke Anfälligkeiten für Krankheiten verschärfen die ohnehin schwierige soziale Situation in Weißrussland. Viele der Kinder müssen heute ohne ihre Eltern bzw. mit nur noch einem Elternteil aufwachsen. Durch die Aufnahme belasteter Lebensmittel aus den dortigen
Gärten wird ihr Immunsystem geschwächt. Gesunde Lebensmittel stehen nur in geringem Umfang oder für manche gar nicht zur Verfügung. Die durch diese Mangelernährung bedingte gesundheitliche Labilität ist ein ernstes Problem und können wir durch unsere langjährigen Erfahrungen bestätigen.
Einigen dieser Kinder einen vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen, haben wir uns als Hauptaufgabe gestellt.
Experten meinen, dass die Kinder gesundheitlich von dieser Zeit ein Jahr lang profitieren.

